Symphonie Es-Dur, Hob. I:103, „Symphonie mit dem Paukenwirbel“
Ein deutsches Kriegslied, KV 539, „Ich möchte wohl der Kaiser sein“

Das 6. Symposium der Liszt Akademie Raiding steht unter dem Motto „Romantische Klangwelten“. Zunächst werden zunächst die
seit dem Frühjahr 2025 im Rahmen der Umgestaltung des Liszt Museums neu aufgestellten Tasteninstrumente des Franz Liszt Vereins
vorgestellt und mit Musikbeispielen präsentiert: die als „Liszt-Orgel“ bekannte Orgel aus der alten Raidinger Kirche, den
von Liszt gespielten Érard-Hammerflügel von 1850, das nach dem Komponisten benannte Spezial-Pedalharmonium der amerikanischen
Firma Mason & Hamlin von ca. 1900 sowie ein Tafelklavier der englischen Firma Broadwood aus der Zeit von Liszts Kindheit.
Am Nachmittag widmen sich vier Vorträge mit Instrumentendemonstrationen und Musikbeispielen dem Holzblasinstrumentarium des
19. Jahrhunderts und der revolutionären Orchesterkunst Franz Liszts.
Mit Musik von Biber, Beer und Bach entfaltet
sich im Schloss Kammer ein Festkonzert von außergewöhnlicher dramaturgischer Spannung: ein Abend, der barocke Klangwelten
zwischen Kriegsszenen, Klage und triumphierender Festlichkeit hörbar macht. Bibers berühmte Battalia zeichnet ein
kraftvolles, beinahe theatralisches Klanggemälde voller rhythmischer Schärfe und instrumentaler Überraschungen. Darauf antwortet
Johann Beer mit seiner Soldatenklage „Nulla salus bello“, einer eindringlichen Miniatur über die Ausweglosigkeit des Krieges.
Bachs Kantate „Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten!“ führt anschließend in eine Welt festlicher Strahlkraft,
pulsierender Rhythmen und höfischer Pracht. Mit dem Dramma per musica „Schweigt, spielende Wellen, und murmelt gelinde“ öffnet
Bach danach einen weiteren Klangraum: Naturbilder, allegorische Figuren und musikalische Eleganz verbinden sich zu einem farbenreichen
Festspiel.
Getragen vom Orchester Wiener Akademie unter Martin Haselböck und einem exzellenten Solist:innen-Ensemble
wird Schloss Kammer zum Resonanzraum barocker Energie – ein Abend voller Pauken, Pracht und musikalischer Tiefenschärfe.
Johann Sebastian Bach und György Kurtág begegnen einander in diesem Konzert über drei Jahrhunderte hinweg. Bachs Musik bildet den Ausgangspunkt: ihre klare Architektur, ihre innere Ruhe und ihre zeitlose Ausdruckskraft. Kurtágs Stücke aus Játékok und seine Bach-Bearbeitungen antworten darauf mit äußerster Verdichtung – musikalische Miniaturen von großer Intensität. Gemeinsam mit den Bach-Transkriptionen von Sergej Rachmaninow und Ferruccio Busoni entsteht ein musikalischer Dialog zwischen Barock, Romantik und Gegenwart.
Gestaltet wird der Abend von Marek Kozák und Keiko Hattori. Der tschechische Pianist und Organist Marek Kozák wurde 2025 mit dem 2. Preis beim Internationalen Bach-Wettbewerb Leipzig ausgezeichnet und ist Preisträger des Concours Géza Anda in Zürich. Die japanische Pianistin Keiko Hattori studierte an der Staatlichen Universität der Künste Tokio sowie am Mozarteum Salzburg bei Karl-Heinz Kämmerling. Als Solistin und Kammermusikerin gastiert sie international; seit vielen Jahren lebt und wirkt sie am Attersee. Gemeinsam gestalten sie Kurtágs vierhändige Miniaturen – Musik von äußerster Konzentration, in der jeder Ton und jede Pause Bedeutung gewinnen.
So entsteht ein Konzert der leisen Töne und großen musikalischen Konzentration. Zwischen barocker Ordnung und zeitgenössischer Klangsprache öffnet sich ein Raum, in dem Musik ihre Wirkung aus Stille, Präzision und intensiver Aufmerksamkeit entfaltet.