BAROCK FESTIVAL ST. PÖLTEN
–Programm–
Johann
Sebastian BACH:
Orchestersuite Nr. 3 in D-Dur
Kantate „Die Zeit, die Tag und Jahre macht“, BWV 134a
Kantate
„Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten!“, BWV 214
–Besetzung–
Johanna
Rosa Falkinger, Sopran
Alois Mühlbacher, Alt
Daniel Johannsen, Tenor
Stefan Zenkl, Bass
Orchester
Wiener Akademie
Martin Haselböck, Dirigent
Mit festlicher Klangpracht und feinsinniger Symbolik
führt dieses Programm in das repräsentative Bach’sche Leipzig – eine Welt, in der Musik stets mehr war als bloßer Zeitvertreib.
Die Orchestersuite Nr. 3 in D-Dur eröffnet den Abend mit jener souveränen Eleganz, die Bachs Instrumentalmusik auszeichnet:
tänzerisch grundiert, von innerer Ordnung getragen und doch von unmittelbarer Strahlkraft. Besonders das berühmte Air ist
bis heute Inbegriff barocker Klangkultur – schlicht, kantabel und von zeitloser Ruhe. Ganz anders, doch ebenso wirkungsvoll,
begegnet uns Bach in seinen weltlichen Kantaten. In „Die Zeit, die Tag und Jahre macht“, treten allegorische Figuren in einen
musikalischen Dialog: Zeit und Vorsehung reflektieren Wandel, Beständigkeit und menschliches Handeln. Mit der festlichen Huldigungskantate
„Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten!“, erreicht der Abend seinen glanzvollen Höhepunkt. Ursprünglich für einen höfischen
Anlass komponiert, entfaltet dieses Werk mit Trompeten, Pauken und virtuosen Arien eine mitreißende Mischung aus Pracht und
Raffinesse.
Ein besonderer historischer Bezug führt dabei nach St. Pölten: „Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten!“
entstand zum Geburtstag der Habsburgertochter Maria Josepha von Österreich, die 1719 den sächsischen Kurfürsten und späteren
polnischen König Friedrich August II. von Sachsen heiratete. Vor der Hochzeit musste der Bräutigam in St. Pölten verweilen
– eine vorgeschriebene Station des habsburgischen Hofzeremoniells, an der die Reisegesellschaften getrennt wurden, während
in Wien der feierliche Einzug vorbereitet wurde. So gewinnt diese festliche Kantate am Aufführungsort eine besondere historische
Resonanz.