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31. Januar 2018, 20:00
RESOUND Beethoven On Tour Teatro Mayor Julio Mario Santo Domingo, Bogotá, Kolumbien
 
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Theater Festival - Opfer für den Freiheitskampf

RESOUND Beethoven On Tour (09. Oktober 2017, Laieszhalle)

"Zwei Namen, eine Botschaft: „Prometheus/Egmont“ opferten sich selbstlos für die Freiheit. Der alte Grieche rebellierte gegen Göttervater Zeus, Egmont befreite seine niederländische Heimat von spanischer Fremdherrschaft. (...) Und genau davon lebte der gleichnamige Abend in der Laeiszhalle, der die zweite Hälfte des Theater Festivals einläutete."

 
"Das Orchester Wiener Akademie beeindruckte unter Leitung von Martin Haselböck mit Werken Beethovens, dem rebellischen Musik-Genie."

 

"Schauspieler Sebastian Koch erhob seine Stimme auf Eindringlichste, rezitierte Texte von Goethe, Ovid und Kafka, beschwor den Mut der Freiheitskämpfer ? auch jener, die zukünftig gebraucht werden."

  

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Dagmar E. Fischer | Hamburger Morgenpost (11. Oktober 2017)

Ein innovatives Projekt zum Abschluss

GRAND ORGAN MACABRE HARMONICA (20. August 2017, Stadttheater Gmunden)

"Die beiden prägenden Künstler Martin Haselböck (Orgel und Piano) und Franz Danksagmüller (Orgel, Toy Piano, Piano und Electronics) zeigten ihre eher ungewöhnliche Seite des Umganges mit Musik."

 

"Im „Quattro für zwei Tasteninstrumente“, ein 1983 entstandenes Werk von Haselböck, lieferten sich die beiden ein fein auskomponiertes virtuoses Nach- und Miteinander."

  

"Dann kam der Burgschauspieler Martin Schwab mit auf die Bühne und rezitierte die sinnvoll gewendeten „Jandl-Lieder“ (...), die mit ihrem aussagekräftigen Sprachduktus beeindruckten. Die dazu komponierten Haselböck- und Danksagmüllerklänge boten eine Faszination an Witz und spitzfindiger Klanggestaltung."

  

"Eine spannende Filmvorführung von „Just Call Me God“ mit gemeinsamem Musikkonzept der beiden Künstler, bildete den Abschluss dieses mehr als amüsanten Abends (...)"

 

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Christine Grubauer | Volksblatt.at  (21. August 2017)

Haselböcks "unerhörter" Beethoven

RESOUND Beethoven - Symphonie Nr. 3 "Eroica" (20. Mai 2016, )

"(...) So haben wir Konzertbesucher des 21. Jahrhunderts Beethovens "Eroica" gewiss noch nie gehört (...)."

"Erst die Originalschauplätze verleihen Beethovens revolutionärer Musik vollends die umwerfende Wirkung, die sie auf Zeitgenossen ausgeübt haben muss (...)."

"(...) und Haselböcks flotten Tempi behände folgend, ließen die Musiker ein überwältigtes, teils benommenes und dann begeistert applaudierendes Publikum zurück. Eine denkwürdige Aufführungsserie, in der die Solisten der Wiener Akademie so virtuoses wie hingebungsvolles Musizieren der kleineren Form vorgeführt haben."


Johannes Koprivnikar | Raiffeisenzeitung (02. Juni 2016)

En el amor y la guerra, Irons

Beethoven - Egmont, Ah Perfido, Symphonie Nr. 8 (23. Januar 2016, Gran Teatro del Liceu)

"... El concierto dedicado a Beethoven comienza con la Séptima sinfonía, en la que Haselböck demuestra su plena forma. Luego tendrá protagonismo Avemo con la escena para soprano "ah! perfido"..."

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Marciel Chavarría | La Vanguardia Barcelona (24. Januar 2016)

Un Beethoven épico con la voz de Jeremy Irons

Beethoven - Egmont, Ah Perfido, Symphonie Nr. 8 (23. Januar 2016, Gran Teatro del Liceu)

"...Fiel a los criterios historicistas, Haselböck primó la claridad, la precisión y la fascinante belleza tímbrica del genio sinfónico de Beethoven. A la incisiva y bien matizada respuesta orquestal - tempi ligeros, cuerda flexible, elegantes maderas y brillantes metales- se sumó, con resultados discretos, la soprano sueca Kerstin Averno, solista en las dos canciones de Clara, la joven que ama al Conde de Egmont, y en la escena y aria Ah! Perfido, op. 65, que completó el programa..."

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Javier Pérez Senz | El País  (24. Januar 2016)

"Susanna": Händel im Smoking

Händel - Oratorium "Susanna" (2. Konzert Abo Musikverein) (13. Dezember 2015, )

"(...)  Das Orchester musizierte unter der Leitung ihres Gründers biegsam, beredt, elegant und wohlerzogen: Händel in Smoking und Abendkleid, gewissermaßen. Aufgeweckte Begeisterung nach der Aufführung."

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Stefan Ender | Der Standard (14. Dezember 2015)

Musikverein: Messias

Händel: „Messias“ (2. Konzert Abo Musikverein) (30. November 2013, Musikverein, Großer Saal)

Mit seiner Wiener Akademie, dem Chorus sine nomine (Leitung: Johannes Hiemetsberger) und vier Spitzensolisten führte Martin Haselböck Händels Oratorium “Messiah” auf. Eine Wiederholung wird es in der Festwoche “Osterklang” geben.

In der Weihnachtszeit stürmt Wiens Konzertpublikum Bach-Konzerte und Händel-Oratorien, in denen man das Leben Christi in genialen musikalischen Deutungen erlebt. Haselböcks Nähe zur Orgelmusik hat ihn auch zum “Messias” geführt, den er stilgerecht, absolut spannend und voll nobler Gefühle interpretiert. Der hervorragende Chorus sine nomine unterstützt ihn dabei ebenso wie die von ihm ins Leben gerufene, mit glänzenden Musikern besetzte Wiener Akademie.

Bestechend die Solisten: Mir gefiel am besten der mit einem wunderschönen ausdrucksvollen Countertenor ausgestattete Altist Tim Mead, der kurzfristig den Altpart anstelle des erkrankten Robin Blaze übernahm. Auch die aus Wiens Musikleben nicht mehr wegzudenkende Anna Prohaska überzeugte mit ihrem kostbar leuchtenden Sopran. Eindrucksvoll der Tenor Tilman Lichdi und der dramatische Bass José Antonio López. Höhepunkt war natürlich das strahlende “Halleluja” am Ende des 2. Teiles. Bravourös die Trompetersolisten der Wiener Akademie.


Kronen Zeitung (08. Dezember 2013)

Dir Zukunft des Barock

Händel: „Messias“ (29. November 2013, Prinzregententheater)

Martin Haselböck ist ein ungemein fleißiger Musiker und ein höchst kompetenter. Seine Erfolge als preisgekrönter Organist in Wien belegten das früh, seine Beliebtheit als Fachmann für historische Aufführungspraxis beweisen es eindrucksvoll. Sein Spektrum reicht von Bach bis Beethoven, von der Barockoper bis zu zeitgenössischen Bühnenstücken wie 'The Infernal Comedy', 'The Giacomo Variations' oder 'New Angels'.

Dass man dennoch nie den Eindruck hat, Haselböck verzettele sich im Unterhaltsam-Beliebigen, liegt an seinem Können und Wissen als Musiker. Er weitet die gängigen Genregrenzen, besinnt sich ebenso zielstrebig auf die originale Kunstschöpfung, auf Charakter und Kern eines Werkes, ja einer ganzen Stilepoche. Der Dirigent Haselböck verkörpert gleichsam das dialektische Gewissen der modernen Aufführungspraxis. In Los Angeles sucht er nicht Anschluss an Hollywood, sondern leitet dort ein Alte-Musik-Ensemble. In München versucht er nicht, die üppige Klang-ästhetik der hiesigen Musikliebhaber zu befriedigen, sondern wartet im Prinzregententheater mit einem Händelschen 'Messias' auf, der zunächst ob seiner Kargheit und Strenge verblüfft.

Man bewundert die unerschütterliche Präzision von Chor und Orchester und fragt sich: Wann fängt die große Sause endlich an, die Georg Friedrich Händel da komponiert hat? Die seit ihrer Uraufführung 1742 in immer üppigerer Besetzung noch durchschlagender wirkt als Beethovens Neunte und die Gemüter der Menschheit seit je in Wallung bringt? Haselböck geht einen anderen Weg. Er hat mit dem 'Chorus sine nomine' und dem Orchester 'Wiener Akademie' zwei Spitzenensembles an der Hand, die in der Genauigkeit des Musizierens und Ausbalancierens kaum zu übertreffen sind; genau deshalb sind sie Haselböck zu schade, um sie als schiere Überwältigungsmaschine zu missbrauchen. Ihn interessieren die unterschwelligen Ebenen des Werks, die intimen Keimzellen musikalischer Entwicklung, aus denen heraus sich ein ebenso großes, aber viel feiner ziseliertes Gesamtwerk aufbauen lässt.

Es war dies noch nicht das Ende von Martin Haselböcks Weg zu Händel - das Solistenensemble könnte besser aufeinander abgestimmt sein. Aber es war eine hochelegante Demonstration dessen, wohin die künftige Aufführungspraxis barocker Musik führten könnte, wenn man sie auf so hohem Niveau betreibt.


Süddeutsche Zeitung, Helmut Mauró (04. Dezember 2013)

Besonnener Triumph mit Händel

Händel: „Messias“ (29. November 2013, Prinzregententheater)

Keine Frage, Georg Friedrich Händel hatte sein Oratorium „Messiah“ 1741 geschrieben, um damit Erfolg beim Publikum zu erlangen. Das ist ihm rundum gelungen, der Erfolg und die Bewunderung dafür halten an bis zum heutigen Tag. Die Aufführung des Messias im Prinzregententheater mit dem „Chorus sine nomine“, der „Wiener Akademie“ und den Solisten Anna Prohaska, Robin Blaze, Tilman Lichdi und José Antonio López unter der Leitung von Martin Haselböck verschaffte ihm einen weiteren Triumph.

Drei Stunden und kein bisschen müde: das galt fürs Publikum, das der Aufführung mit konzentrierter Ruhe folgte und offenbar auch für die Musiker, die zum Ende hin  noch alle Reserven hatten, um die Schlusschöre des Messias, „Worthy ist the lamb“ und die großartige „Amen“-Fuge, mit Präzision und imposanter Wucht in den Raum zu werfen. Ein grandioser Schluss einer rundum stimmigen, künstlerisch schlüssig durchgestalteten Aufführung auf höchstem Originalklang-Niveau. Unter den Solisten war Robin Blaze leider hinter den Erwartungen zurückgeblieben, aber es war sofort zu erkennen, dass er tapfer gegen eine Grippe ankämpfte und den Spagat versuchte, seine Stimme zu schonen und sie zugleich so schön wie möglich zu führen.

Wien ist nicht nur eine Stadt der Opern und der Wiener Philharmoniker, sie ist auch eine Stadt des Originalklangs. Neben den präsenten und publikumswirksamen Auftritten des „Concentus Musicus“ unter dem charismatischen Nikolaus Harnoncourt nahm sich die 1985 gegründete „Wiener Akademie“ stets etwas bescheidener aus. Aber ihr Gründer Martin Haselböck, Sohn des angesehenen Organisten Hans Haselböck und ursprünglich selbst Organist, ließ nicht locker, präsentierte seine Versionen des bekannten und weniger bekannten Barock-Repertoires und wurde zum festen Bestandteil der Wiener Konzertszene. Einer Szene, die zudem mehrere hervorragende Chöre bereit hält, unter denen sich der „Chorus sine nomine“ von Johannes Niemetsberger, einem Schüler der großen Wiener Chorpädagogen und ?Leiter  Erwin Ortner und Johannes Prinz, seit seiner Gründung 1991 als virtuoses Kammerensemble hervorgetan hat.

An dieser Kontinuität und Intensität der künstlerischen Zusammenarbeit, der Qualität der Musikerinnen und Musiker und an deren Übereinstimmung liegt es, dass der „Messias“ unter Haselböck ein derart eigene Kontur und eine solch spezifische Stimmung erhielt. In Wien musiziert man, auch dank der raffinierten und exquisiten Akustik des Großen Saals des Musikvereins, gerne leiser, innerlicher, individueller. Man akzeptiert gerne die „eigenen Töne“ profilierter Künstler, und das gilt für Solisten ebenso wie für Ensembles. Der „Chorus sine nomine“ klingt weich, die Spitzentöne haben einen samtigen, manchmal melancholischen Glanz, die Stimmen mischen sich (wofür auch die gemischte Aufstellung sorgte), so dass keine der Stimmgruppen hervorsticht, wie das auch englische Chöre gerne kultivieren. Das Englisch der Choristen, übrigens, war ausgezeichnet. Das Orchester hingegen bleibt als eine Versammlung von Individuen vernehmbar, da entsteht kein festgelegter Standard-Klang, sondern etwas Pulsierendes, Changierendes, das sich der Stücks anschmiegt. Das ergibt eine solche Vielfalt der Klang-Wirkungen, dass man beim Hinschauen immer wieder überrascht war, mit wie wenigen Klang-Gruppen Händel für die faszinierende Wirkung des „Messias“ auskam: Streicher, zwei Oboen, Fagott, zwei Trompeten, Pauken, Continuo, that’s it.

Für die Wirkung seiner Aufführung hat sich Haselböck ganz auf diese innermusikalischen Kräfte konzentriert. Statt lauten Gepränges und schneidiger Tempi setzt er auf die Mischung der feinen Töne und auf Sorgfalt in der Artikulation. Wirklich bewundernswert, mit welcher Konzentriertheit und Spannung alle Musikerinnen und Musiker dies bis zum Ende bereit hielten und jede der 48 Nummern mit frischem, eigenem Leben erfüllt waren. Wie professionell das ist, welch harte Arbeit dahinter steckt, dessen wird man sich als Zuhörer nicht unbedingt bewußt.

Dass im Solistenquartett mit Prohaska und López zwei Opernstimmen dabei waren, bedeutete keinen Bruch im klanglichen Charakter. Junge Opernsänger wissen heute bestens mit der historisch informierten Aufführungsweise umzugehen und bereichern das Genre mit edlem Klang und faszinierender Artikulation. Da bekommt man eine Vorstellung, für welche Art Sänger Händel seine Koloraturen und Intervallsprünge geschrieben hat. Der deutsche Tenor Tilman Lichdi hat eine schöne Stimme, die sich vorläufig im Oratorium am wohlsten fühlen wird. Schade, dass Robin Blaze nicht in Form war, sein Altus ist für dieses Fach derzeit einer der ausdrucksstärksten und wohlklingendsten.
Immer ist die Rede davon, dass es sich bei der Adventszeit, die nun gerade beginnt, um eine besinnliche Zeit handelt. Diese Aufführung des „Messias“ ? sie war am Samstag in Wien zu hören und reist Anfang der Woche nach Spanien - war mit ihrer besonnen, konzentrierten Art genau der richtige Auftakt dazu.


klassikinfo.de, Laszlo Molnar (29. November 2013)

Traumwanderung mit Misha Maisky

Orchesterkonzert - Festspiele Europäische Wochen Passau (12. Juli 2013, )

Im Traum spiegelt sich die Seele des Menschen. Der Traum, er ist die Welt der puren Emotion, der abgründigen Ängste und der sehnsuchtsreichen Wünsche. "Sein oder Nicht Sein. Zwischen Traum und Wirklichkeit" ist am Freitag der Titel des Sinfoniekonzerts, und selten hat ein EW-Motto derart gut gepasst wie an diesem seelenvollen Abend in Engelhartszell.

Noch herrscht gespannte Neugierde in der vollbesetzten Stiftskirche, Neugierde auf den Cellovirtuosen Mischa Maisky, Neugierde auf die romantischen Klangschöpfungen dieser Nacht. Nur zweieinhalb Stunden später und so manche Musiker auf der Bühne werden sich in den Armen liegen und die Zuhörer von einer Sternstunde sprechen.

Vorbote dieser gefühlstrunkenen Traumreise ist Franz Liszts Symphonische Dichtung Nr. 10 "Hamlet", die gleich einem aufbrausenden Sturm an den existentiellen Grundfesten rüttelt und mit verstörender Zerrissenheit und Dramatik über die Hörer hereinbricht. Das Orchester Wiener Akademie unter der fein ausdifferenzierten und impulsstarken Leitung von Martin Haselböck fasziniert schon hier mit musikantisch präsenter Lebendigkeit (...)


www.pnp.de, Dorothea Walchshäusl (15. Juli 2013)

Der Meister und seine Schüler

Händel: Orgelkonzerte (3. Konzert im Zyklus Musikverein) (12. März 2013, Musikverein, Großer Saal)

Die Wiener Akademie, 1985 von Martin Haselböck gegründet, steht für virtuoses Musikantentum von Barock bis Romantik. Seit 1991 hat das Orchester seinen eigenen, höchst erfolgreichen Konzertzyklus im Musikverein. Nun führte Haselböck sechs Orgelkonzerte von Georg Friedrich Händel auf.

 

Die Wiener Akademie gastiert auch bei internationalen Festspielen, ist Opernorchester und arbeitete zuletzt mit Hollywood-Star John Malkovich und dem Wiener Regisseur Michael Sturminger experimentell: so etwa mit der "infernal Comedy (Jack Unterweger)" und mit den "Giacomo Variations" über den Lebens- und Verführungskünstler Casanova...

Die Orgelkonzerte g-Moll und F-Dur spielte Haselböck selbst - virtuos und einfühlsam - , bei den Konzerten B-Dur, F-Dur ("Mit den Kuckucksstimmen"), und in den Konzerten d-Moll und g-Moll beschränkte er sich aufs Dirigieren.

Als Solisten setzte er drei seiner Meisterschüler ein: den Ungarn Istvan Mátyás, Studienleiter im Theater an der Wien, den Wiener Wolfgang Kogert, Organist an der Wiener Hofkapelle, und bei zwei den hervorragenden Südafrikaner Jeremy Joseph, neben seinen internationalen Auftritten ebenfalls Organist der Hofburgkapelle.

Die drei, Haselböck sowie die erstrangigen Streicher und sparsam eingesetzten Holzbläser gaben einen verdienstvollen Einblick in Händels Tradition der Orgelkonzerte, die den Reiz dieser Barockkammermusik im 18. Jahrhundert in England spüren ließen.


Kronen Zeitung, Volkmar Parschalk (14. März 2013)

Eine Pilgerstätte für Liszt sucht ihr Profil

The Sound of Weimar - Eine Faustsymphonie (24. März 2012, Franz Liszt Konzertssal)

(...) Am vergangenen Wochenende war außer der russischen Pianistin Lilya Zilberstein im holzgetäfelten Konzertsaal die Wiener Akademie unter ihrem Gründer und Dirigenten Martin Haselböck zu Gast: mit "historischen Instrumenten", die mit großer Präzision und einem persönlichen Einsatz gespielt werden, dem man die Begeisterung für die Sache anhört. Über 25 Jahre spielt man nun zusammen. Und das hört man - nicht nur an der Präzision, sondern auch an der Kraft und dem Feuer, mit dem gespielt wird. Haselböck ist ja ein "Lisztomane", der schon zu DDR-Zeiten in Weimar Noten des Meisters aus Raiding ausgrub.
Für den, dem der Weg ins Burgenland zu weit ist, gibt es ein großes Projekt: die Einspielung aller Orchesterwerke Franz Liszts auf CD. Unter dem Titel "The Sound of Weimar" sind vier CDs schon erschienen. Es lohnt sich, genau hinzuhören, auch bei "Les Préludes", die, gespielt auf Instrumenten des 19. Jahrhunderts, allen ihnen angewachsenen NS-Mief verlieren. Haselböck legt da ganz andere Kanten frei.
"The Sound of Weimar" ist eine Entdeckung wert. Bisher zu hören: "Dante-Symphonie", "Evocation à la Chapelle Sixtine", "Les Préludes", "Orpheus", die "Bergsymphonie", die "Hunnenschlacht", "Hungaria" und "Mazeppa" . Aktuell veröffentlicht wurden die symphonischen Dichtungen "Tasso", "Die Ideale", "Héroïde funébre" und "Le Triomphe funébre du Tasse" (NCA, New Classical Adenture).
Im Oktober folgen live in Raiding die "Ungarischen Rhapsodien" in der originalen Orchesterfassung von Liszt.


Salzburger Nachrichten, Derek Weber (26. März 2012)

Raiding: Ein gewaltiger Klangkosmos zum Finale

The Sound of Weimar - Eine Faustsymphonie (24. März 2012, Franz Liszt Konzertssal)

"Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis": Untermalt von einem wunderbar farbigen Orchesterteppich intonierte der Männerchor mystisch und im feinsten Piano die Verse des Chorus mysticus aus Faust II. Mit "Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan" gesellte sich der Tenor dazu, bevor sich die Klänge ins gewaltig Feierliche steigerten. Diesen finalen Chorteil der "Faust-Symphonie" von Franz Liszt gaben der Chorus sine nomine sehr homogen und stimmgewaltig und Herbert Lippert mit ungemein weichem Timbre und höhensicher zum Besten.

Damit hat nun die Wiener Akademie unter Martin Haselböck ihr ehrgeiziges, 2010 gestartetes Projekt, sämtliche symphonischen Werke von Liszt in Raiding, seinem Geburtsort, aufzuführen, beendet.

Das Hector Berlioz gewidmete dreisätzige Mammutwerk, dem keine Handlung, sondern nur die Porträtierung der Charaktere Faust, Gretchen und Mephisto zugrunde liegt, zählt zu den avantgardistischen Kompositionen Liszts. Die für die Entstehungszeit (1854-'57) in Weimar extrem kühne Komposition wurde vom Orchester, das in der Weimarer Originalbesetzung musizierte, mit seinem gesamtem, komplexen Klangkosmos wiedergegeben: Manchmal recht laut, aber unter dem energischen Einsatz des Dirigenten stets spannungsgeladen, reich an Farben und Schattierungen.

Großer Jubel im ausverkauften Saal, in dem sich kein Geringerer als Hollywoodstar John Malkovich befand.


Kurier, Helmut C. Mayer (26. März 2012)

Mozart-Glück im Wiener Musikverein

Abonnement Musikverein 2011/12 (, )

Ein Mozart-Programm, das sowohl Liebhabern als auch Kennern Freude bereitete: Die Jupiter-Symphonie und die c-Moll-Messe KV 427. Die Interpretation beider Werke gelang der Wiener Akademie im Musikverein ganz vorzüglich. Die C-Dur-Symphonie KV 551, Mozarts letzte, klang inspiriert und bestechend transparent. Dem hoch konzentrierten Agieren des Dirigenten Martin Haselböck konnten sich weder Orchestermitglieder noch Besucher entziehen. Ein Spiritus rector, der die Musik perfekt verinnerlicht und sie durch seine Wiener Akademie und ihren hervorragen- den Konzertmeister zum Klingen bringt (...). 1782 komponierte Mozart seine c-Moll-Messe KV 427, die mit prächtiger Besetzung so gar nicht der von Joseph II. geforderten andächtig-bescheidenen Kirchenmusik entsprach und ein Fragment blieb. Von vollkommener Schönheit ist die Sopranarie "Et incarnatus est". Bernarda Bobro präsentierte sich als großartige Mozart-Sängerin. Michaela Selingers außergewöhnliches Timbre und der souveräne Chorus sine nomine vervollständigten das Mozart-Glück. Der "musikalischen Wahrheit" durften die Hörer nahe sein.


Kurier, Marion Eigl (15. März 2012)

Zauber des Originalklangs

Bach: Hohe Messe (Musikvereins-Abo) (06. Dezember 2011, Musikverein)

Schon zu Lebzeiten Bachs wurde seine Messe h-Moll gelegentlich als Weihnachtsmusik aufgeführt. So vertrat diese größte religiöse Komposition auch heuer im Musikverein das Weihnachtsoratorium. Und es wäre nicht Martin Haselböck, wenn diese Aufführung nicht ein eigenes Gepräge erhalten hätte.

 

Haselböck leitete sein Orchester Wiener Akademie und den Wiener Akademie Consort. Und demonstrierte, welche Aspekte eine Rückführung zum Original nach neuesten Erkenntnissen bringt.

Der 24 Teile umfassende lateinische Text wurde stets in kleiner Besetzung aufgeführt, wobei die Solisten auch im Chor mitsangen. Vom "Kyrie" bis zum "Dona nobis pacem" traten hier sechs Solisten zum Wiener Akademie Consort. Die Holländerin Lenneke Ruiten und die deutsche Quasthoff-Schülerin Sophie Klußmann, zwei Soprane, glänzten mit herrlich elegischem, auch jubelndem Ausdruck, Alt-Solistin war die junge Ida Aldrian, die ihren Mezzo eindrucksvoll im "Qui Sedes" und im "Agnus Dei" hören lies.

Der Tenor Tilman Lichdi, auf Evangelisten-Partien spezialisiert, glänzte im "Benedictus". (...) Eindrucksvoll das Orchester Wiener Akademie, zum Teil auf alten Instrumenten. Bewundernswert der Klang des Naturhorns, von Flöte und schmeichelnder Oboe d'amore: Mit genauer Werkkenntnis agierte Haselböck, der mit dieser Aufführung (...) seine Affinität zu alter Musik und Gefühl für große religiöse Momente zeigte.


Kronen Zeitung, Volkmar Parschalk (08. Dezember 2011)

Eine Messe mit Mini-Chor im originalen Gewand

Bach: Hohe Messe (Musikvereins-Abo) (06. Dezember 2011, Musikverein)

Im Wiener Musikverein war, passend zur sakralen Zeit, am Nikolaustage die h-Moll-Messe von Bach zu erleben. Nicht in der zumeist gehörten, auf romantische Dimensionen aufgestockten Version. Sondern in der reduzierten Fassung, von der nicht nur der Dirigent und Organist Martin Haselböck überzeugt ist, sie sei die authentische. In dieser Form gibt es keine üppig besetzten Chöre, sondern nur ein paar Sänger, die die Chorabschnitte gestalten (und dabei von den Solisten unterstützt werden).

Langer Vorrede, kurzer Sinn: Das Werk wird so besonders transparent, schlank, elegant und zum faszinierenden Klangerlebnis.

Verantwortlich für eine farbenprächtige, ausbalancierte Messe waren neben dem Dirigenten auch sämtliche Musiker der Wiener Akademie. Wobei der Bläser des Naturhorns und jene der Oboen d'amore besonders hervorzuheben sind.

Bei den Gesangssolisten überzeugte vor allem die Altistin Ida Aldrian (...).

Viel Applaus, auch vom im Publikum befindlichen Schauspieler John Malkovich


Kurier, Gert Korentschnig (08. Dezember 2011)

Musikverein präsentierte Klassik von Frühreifen

Abonnement Musikverein 2011/12 (, )

Zuletzt haben Martin Haselböck und seine Wiener Akademie mit Liszt reüssiert - im Konzertsaal wie bei der CD-Reihe „The Sound of Weimar“: Im Klanggewand seiner Zeit bringen sie die Musik des vielfach missverstandenen, ja oft belächelten Komponisten aufregend neu zum Strahlen. Zum Auftakt des vierteiligen Zyklus im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins aber rückte das auf alten Instrumenten spielende Ensemble ganz die Klassik ins Zentrum, Mozarts prächtige Es-Dur-Symphonie KV543 etwa - und zuvor zwei recht persönliche und deshalb bemerkenswerte Reflexionen über den klassischen Stil.

Zum Beispiel die erste Symphonie des 16-jährigen Franz Schubert: Vital, fröhlich, mit scharfer musikalischer Charakterisierung, dort und da vielleicht auch etwas lärmend machten Haselböck und die Seinen klar, wie viel der Stirnsatz in der gleißenden Coda jenem von Beethovens Zweiter verdankt, wo Mozart und Haydn Pate standen, Letzterer etwa im Perpetuum mobile des wechselvollen Schlusssatzes. Und doch zeigt das Werk auch unbekümmerte Eigenart: Die Integration einer wiederkehrenden langsamen Einleitung in den Satzverlauf, wie sie aus der großen C-Dur-Symphonie bekannt ist, erprobt Schubert schon in diesem Jugendwerk.

Zehn Jahre später schrieb der 14-jährige Felix Mendelssohn ein Doppelkonzert für Violine, Klavier und Orchester in d-Moll, eines der Zeugnisse seiner enormen Frühbegabung. Das umfangreiche Stück vereint düstere Strenge, die über Mozarts Klavierkonzert der gleichen Tonart bis auf das Vorbild Bach zurückgeht, ungetrübt heitere Virtuosenmusik und manch überraschend aufleuchtende Harmonik: eine merkwürdige, noch nicht ausgegorene, aber attraktive Mischung. Fortsetzung am 6.Dezember mit Bachs h-Moll-Messe.


Die Presse, Walter Weidringer (28. Oktober 2011)

Die Legende von der heiligen Elisabeth

Osterklang: Die Legende der Hl. Elisabeth (20. April 2011, Theater an der Wien)

Selbst renommierte Festspiele führen mit diversen Reanimationsversuchen den ebenso schlüssig wie unfreiwilligen Beweis, dass machen Werke mit Grund in Vergessenheit geraten sind. Konträr der Fall des Dirigenten Martin Haselböck, der mit seiner "Wiener Akademie" Liszts Oratorium als überwältigende Wiederentdeckung beglaubigte.

Wagner-Anklänge mischten sich mit zarten Instrumentalsoli, ungarische Volkswaisen verkünden leitmotivisch das Auftreten der ungarischen Prinzessin Elisabeth. Haselböck zeigt das Werk in leuchtendsten Farben und feinsten Nuancen. Annette Dasch (Elisabeth) bemüht sich redlich, Daniel Schmutzhard wirkt sicher, Magdalena Anna Hoffmann ist von explosiver Urgewalt.


Susanne Zobl, News (27. April 2011)

Mutige Osterklänge

Osterklang: Die Legende der Hl. Elisabeth (20. April 2011, Theater an der Wien)

(...) Die "Legende" ist ein eigenartiges Werk aus den 1860er-Jahren, als Liszt sich nach der Virtuosen-Laufbahn auf das Katholische, Christliche zurückzog. Mit diesem Werk versuchte er, die alte geistliche Tradi­tion der Gregorianik mit den Möglichkeiten und Errun­genschaften der romanti­schen Musik seiner Zeit zu verbinden. Das Resultat ist musikalisch nicht unbedingt hochdra­matisch und in der dramaturgischen Anlage etwas flach. Dem Werk fehlt für heutige Gebräu­che etwas Wichtiges: Ein Erzähler, der Verbindungs­texte spricht oder singt, die Geschichte vorantreibt. Aber ein derartiges Konzept war auch gar nicht ange­strebt. Liszt wollte, dass die Musik für sich selber spräche, dass die Phantasie des Hörers von der Kraft der Musik und ihrer Leitmotivik geleitet und entzündet würde. Dieser ambitionierte Vorsatz ist ihm - das Oratorium wurde 1865 im ungarischen Pest urauf­ge­führt - auch gelungen. Heute hinterlässt es das Publikum ein wenig ratlos, selbst wenn so ausgezeichnete (und hinters Werk zurücktretende) SolistInnen wie Annette Dasch in der Titelrolle und ein Chor von der Qualität der Wiener Singakademie zur Verfügung stehen. Der in Fragen alter geistlicher Musik versierte Martin Haselböck führte die Wiener Aka­demie mit sicherem Gespür durch das Werk, das zusammen mit Liszts "Chri­stus"-Oratorium in seiner verhaltenen Dramatizität erratisch und einmalig aus dem 19. Jahrhundert zu uns herü­berragt.


www.klassikinfo.de, Derek Weber (26. April 2011)

Rosen der Heiligen

Osterklang: Die Legende der Hl. Elisabeth (20. April 2011, Theater an der Wien)

Liszt-Gedenken beim Osterklang an der Wien: Intendant Geyer holte Martin Haselböck und seine Wiener Akademie, die sich der seit 1854 in Weimar entstandenen "Legende von der heiligen Elisabeth" annahmen. Als Werk eine Besonderheit der Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts!

(...) Martin Haselböck gestaltete die Oratorien-Legende mit Einfühlung und Gespür für kostbare Farben und feine Instrumentation. Berührend zeichnet er die glücklichen Tage mit Landgraf Ludwig und dann ihr Elend im Intrigenspiel der Schiwegermutter Sophie. Einsam und arm stirbt Elisabeth, nachdem sie den Armen all ihren Besitz geschenkt hat.

Solide die Besetzung mit Annette Dasch (Elisabeth mit warmen, edlem Timbre), Maria Anna Hoffmann, Daniel Schmutzhard, Andreas Wolf und der Wiener Singakademie.


Kronen Zeitung, Karheinz Roschitz (26. April 2011)

Raiding: Düstere Trauer und leuchtender Triumph

Liszt Festival Raiding (, Franz Liszt Konzertsaal Raiding)

Es ist wohl einzigartig in der Muskgeschichte, das ein Orchesterwerlk mit einem Schlagzeugsolo, einem düsteren Paukenwirbel beginnt. Aber die "Heldenklage" von Franz Liszt, inspiriert von der grausamen Revolution von 1848, handelt von Trauer und Schmerz - und da ist die ungewöhnlich bevorzugte Verwendung von solisitsch eingesetztem Schlagwerk wie auch dunklen Blechsequenzen durch den Komponisten logische Folge. Ideal vermochte beim Liszt-Festival in Raiding die Wiener Akademie unter Martin Haselböck diese düstere Grundstimmung wie auch den späteren, leuchtenden Triumph zum Klingen zu bringen. Stimmungen, die auch bei der symphonischen Dichtung "Tasso". Lamento e trionfo" vorherrschen. (...) In der Fortsetzung des Zyklus "The Sound of Weimar", bei dem sämtliche symphonischen Werke von Franz Liszt zur Aufführung gelangen, wurde jedoch immer spannungsgeladen, vital, mit leuchtendem Farbenreichtum und einem meist tranparentem Klangbild musiziert.

Genauso konnte man auch die schwer fassliche symphonische Dichtung "Die Ideale" hören. In dieser versuchte Liszt das gleichnamige, philosophische Gedicht von Friedrich Schiller in musikalische Bilder zu gießen. (...)


Kurier, Helmut Christian Mayer (22. März 2011)

Eruptionen in Liszts Klangtheater

Liszt Festival Raiding (, Franz Liszt Konzertsaal Raiding)

(...) So präsentierte der Dirigent Martin Haselböck 2011 heuer in einer Konzertreihe alle symphonischen Dichtungen Liszts. Im Rahmen einer Sonntagsmatinee standen unter anderem die "Berg-Symphonie" und "Les Préludes" auf dem Programm. Das Besondere dabei: Die Wiener Akademie, die das Konzert bestreitet, spielt nicht nur auf historischen Instrumenten des 19. Jahrhunderts, sondern zum Teil sogar auf solchen, die aus der unmittelbaren Umgebung des Komponsten stammen, die er also selbst gehört haben dürfte. Näher kommt man an einen "originialen" Liszt-Klang wohl nicht heran! (...) Die eher trockene Akustik des Raidinger Konzertsaales verbunden mit dem herben Klang der hstorischen Instrumente und der Intimität des 600-Personen-Raumes führt zum Erlebnis einer unverstellten Dramatik. Liszt, der bei den gespielten Werken sich bei Pathos, theatralischen und sentimentalen Gefühlseruptionen und griffigen literarisch inspirierten Passagen nicht zurückgehalten hat, wird von Haselböck ungemein explosiv, effektgeladen und wirkungsvoll präsentiert. Pauken und Trompeten scheinen das Klanggeschehen zu beherrschen. Und Glätte in der Tongebung kann man dem mit Liszt versiert umgehenden Ensemble nicht nachsagen: Klanglich rumpelt's zwar mitunter ein wenig, doch bringen diese Unebenheiten Lebendigkeit, Originalität und einen hochpersönichen Klang ins Spiel. Jedenfalls ein Konzert, das in seiner Farbigkeit und Authentiztät beeindruckt.


Kronen Zeitung, Oliver A. Láng (01. Februar 2011)

Wie zu Liszts Zeiten

Liszt Festival Raiding (, Franz Liszt Konzertsaal Raiding)

Es hat schon einen umgemeinen Reiz, Werke eines Komponisten wie Franz Liszt mit Originalinstrumenten wie zu Lebzeiten des Komponisten zu hören. So geschehen beim Liszt Festival Raiding. Die Wiener Akademie unter dem enorme Spannung erzeugenden Martin Haselböck musizierte mit höchster Vitalität, einer reichen Palette an Dynamik und Farben mitreißend, überwiegend präzise: Neben kleineren Gelegenheitswerken erklang die "Berg-Symphonie", Liszts erste Symphonische Dichtung mit seiner auch heute noch fremdartig klingenden Instrumentierung. Auch "Les Préludes" mit dem heroisch-zündenden Eingangspassagen, aber auch den wunderbar lyrischen Passagen geriet zum Ereignis.


Kurier, Helmut Christian Mayer (01. Februar 2011)

Schumann in Mattglanz und dunklen Farben

Tonhalle Düsseldorf (17. Oktober 2010, Tonhalle, Düsseldorf)

Geigenvirtuosin Isabelle Faust udn die Wiener Akademie in der Tonhalle

 

(...) Die 1972 geborene junge Dame (Isabelle Faust) setzt auf Gelassenheit und auf originalen Klang. Mit ihrer "Dornröschen"-Stradivari von 1704 entfacht sie in der in Düsseldorf komponierten Fantasie kein nervenaufreibendes Tempo, sondern zelebriert Ruhe und Melancholie. Selbst zähe Stellen holpern nicht, sondern laufen wie geschmiert. Exzellent passen Intonationen und gedämpfte Farben zu den alten Instrumenten der von Martin Haselböck geleiteten Wiener Akademie, die auf historische Aufführungspraxis spezialisiert ist.

Und: Weder in der Einleitung noch in der langen Solo-Kadenz ist etwas zu spüren vom flackernden Wahn, der Schumann damals peinigte und kurze Zeit später zum Sprung in den Rhein führte.

Balancierte Tempi und dennoch frische Dynamik dominieren in Mozarts Rondo. Sportlich, elegant und entschlackt klingt dieses Sechs-Minuten-Stück, aus dem sie, mit venigen Vibrato, alle Farben und Stimmungen entlockt.(...)

Sicherlich eine lohnenswerte Herausforderung für Ohren heutiger Klassikfans, die an philharmonischen Hochglanz aus Berlin und Wien gewöhnt sind. Die überwiegend jungen Musiker der Akademie geben ihr Bestes an Intonation und Spielfreude (...). Viel Jubel.


Neue Rhein Zeitung (19. Oktober 2010)

Luminato: Vienna Academy Orchestra takes refreshing break from John Malkovich collaboration

Sinfoniekonzert Toronto (12. Juni 2010, Trinity St.Pauls Church)

(...) It´s a particular thrill to hear musicians from the city that is at the center of this music, where these pieces (Joseph Haydn "Mercury" Symphony, W.A. Mozart Symphony No 40 in G minor and Franz Schubert Symphony No. 5) have a long and glorious living history. The Wiener Akademie performs on period instruments and, for much of its 25-year history, has called the famous Musikverein its home.

I have to admit that it was fun to hear these excellent musicians on the home turf of the Tafelmusik Baroque Orchestra, which made its Europe reputaion on its exacting, lively performance of Haydn and Mozart.

The Viennese did very nicely. Conductor Martin Haselböck tended to push the dynamic envelope in the outer movements, making the Mozart, especially , sound raucous as members of the orchestra pushed their instruments to the limit. The slower, quieter movements of both the Haydn and Mozart were lovely, gossamer things that floated gracefully inside the acoustically warm space. I can only assume that the Schubert Symphony was going to be just as satisfying. (...)


TheStar Blog (12. Juni 2010)

John Malkovich spielt einen Serienmörder

The Infernal Comedy (04. Juni 2010, Ruhrfestspiele)

(...) Die Sängerinnen Marie Arnet und Louise Fribo sowie das Kammerorchester Wiener Akademie unter Leitung von Martin Haselböck bieten nicht nur feine Interpretationen der Arien und Instrumentalstücke von Mozart, Boccherini und anderen. Sie reagieren auch subtil auf die Störungen und Eingriffe des Schauspielers. Ein fesselnder Abend. (Ralf Stiftel)

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www.theinfernalcomedy.org


Westfälischer Anzeiger (04. Juni 2010)

Abgründe eines teuflischen Verführers

The Infernal Comedy (04. Juni 2010, Ruhrfestspiele)

(...) Angereichert wird die Produktion mit Opernarien und Musiken von Mozart, Haydn, Gluck, Vivaldi, Beethoven und Weber. Die beiden ausgezeichneten Sopranistinnen Marie Arnet und Louise Fribo übernehmen die Rollen der Frauen in Unterwegers Vergangenheit, kommentieren sanglich das Geschehen (...). Begleitet werden sie von dem ebenfalls ausgezeichneten Barock-Orchester Wiener Akademie unter Martin Haselböck (...). (Jan Mühldorfer)

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www.theinfernalcomedy.org


Stimberg Zeitung (04. Juni 2010)

Being Jack Unterweger

The Infernal Comedy (02. Juni 2010, Ruhrfestspiele)

(...) Malkovich ist an diesem Abend das Energiezentrum der Vorstellung. Wach und irrsinnig präsent. Zu keiner Zeit jedoch spielt er die Kolleginnen an die Wand, "The Infernal Comedy ? Confessions of a Serial Killer" ist in der Regie von Malkovich und Michael Sturminger und unter musikalischer Leitung von Martin Haselböck eine eindrückliche Ensembleleistung. Besonders Louise Fribo erntet, etwa für ihre Haydn-Arie "Berenice, che fai?", starken Szenenapplaus, Bravos und begeisterte Pfiffe (...). (Maike Schiller)

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www.theinfernalcomedy.org


Hamburger Abendblatt (18. Mai 2010)

Being Jack Unterweger

The Infernal Comedy (30. Juni 2011, Ronacher)

(...) Malkovich ist an diesem Abend das Energiezentrum der Vorstellung. Wach und irrsinnig präsent. Zu keiner Zeit jedoch spielt er die Kolleginnen an die Wand, "The Infernal Comedy ? Confessions of a Serial Killer" ist in der Regie von Malkovich und Michael Sturminger und unter musikalischer Leitung von Martin Haselböck eine eindrückliche Ensembleleistung. Besonders Louise Fribo erntet, etwa für ihre Haydn-Arie "Berenice, che fai?", starken Szenenapplaus, Bravos und begeisterte Pfiffe (...). (Maike Schiller)

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www.theinfernalcomedy.org


Hamburger Abendblatt (18. Mai 2010)

Being Jack Unterweger

The Infernal Comedy (01. Juli 2011, Ronacher)

(...) Malkovich ist an diesem Abend das Energiezentrum der Vorstellung. Wach und irrsinnig präsent. Zu keiner Zeit jedoch spielt er die Kolleginnen an die Wand, "The Infernal Comedy ? Confessions of a Serial Killer" ist in der Regie von Malkovich und Michael Sturminger und unter musikalischer Leitung von Martin Haselböck eine eindrückliche Ensembleleistung. Besonders Louise Fribo erntet, etwa für ihre Haydn-Arie "Berenice, che fai?", starken Szenenapplaus, Bravos und begeisterte Pfiffe (...). (Maike Schiller)

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www.theinfernalcomedy.org


Hamburger Abendblatt (18. Mai 2010)

Osterklang Konzert - Lucifer und der Engel

Händel "La Resurrezione" (03. April 2010, Hofburgkapelle Wien)

(...) Opernhaft und von dramatischer Frische ist der Stil der Wiener Akademie: Im kleinen Raum wird mit Verve, mitunter großer Lautstärke, aber immer mit griffigem Klang musiziert. So gelingt eine zweistündige Wiedergabe voll Abwechlungsreichtum und prunkvollen Farben.

Gillian Keith zeigt als himmlischer Engel ihre kraftvolle Stimme, gewegten Ausdruck. (...) Tobias Schabel: ein auftrumpfender Lucifer mit auftrumpfendem Bass. Verhalten Markus Forster Cleophe. Bernhard Berchtolds Johannes gefällt mit schönem Timbre und sauber geführter Stimme, Robin Johannsen ist eine hingebungsvolle Maddalena.


Krone, Oliver A. Lang (07. April 2010)

Es war einmal in Raiding

Liszt Festival Raiding - Jänner 2010 (29. Januar 2010, Franz-Liszt Konzertsaal)

[...] Dank der klaren Saalakustik und der Disziplin im Ensemble wurde der Abend zu einem vollen Klangerlebnis, der noch Größeres erhoffen lässt: in präzisen Streicher-Unisoni durchlebte die Akademie die 1860 geschaffene Trauerode "Les Morts". Dramatisch fielen malerische Faust-Szenen vom nächtlichen Pilger-Zug, begleitet von dahinzwitschernden Bläsertönen, bis zum zweiten Mephisto Walzer aus.

[...] Bombastisch fiel die Orchestrierung des Themas aus dem Divertissement à l´Hongroise aus, bombastisch auch die Interpretation der Akademie. Ähnliche Inbrunst legte das Ensemble in Schuberts "Unvollendete". Im düsteren Allegro moderato erhoben sich stringent, fast schicksalsgetränkt die Bässe, ein erholsamer Sommerspaziergang wurde dagegen das abschließende Andante. Man darf auf eine Fortsetzung gespannt sein.


Wiener Zeitung, Daniel Wagner (31. Januar 2010)

Gelungener Auftakt eines ehrgeizigen Projekts

Liszt Festival Raiding - Jänner 2010 (29. Januar 2010, Franz-Liszt Konzertsaal)

Der Auftakt dazu (Liszt Festival) (...) verlief verheißungsvoll. Sowohl die düstere Trauerode "Les Morts", die Liszt verzweifelt zum Tod seines Sohnes komponiert hat, wie auch die Episode aus Lenaus "Faust" und der Mephisto-Walzer Nr. 2 wurden vom Orchester, das in Weimarer Originalbesetzung auf historischen Instrumenten des 19. Jahrhunderts spielte, aufregend, spannungsgeladen, reich an Farben und Schattierungen, meist präzise wiedergegeben.

Unter dem einergiegeladenen, die Musiker stets befeuernden Haselböck erklangen dann Franz Schuberts "Unvollendete", zwei von Liszts orchestrierten Märschen sowie zum "D´rüberstreuen" der Walzer "Abschiedsrufe" von Johann Strauß, "Herrn Doktor Franz Liszt ehrfurchtsvoll gewidmet!" Großer Jubel.


Krone, Helmut Christian Mayer (31. Januar 2010)

John Malkovich als Jack Unterweger in Wien

The Infernal Comedy mit John Malkovich (01. Juli 2009, Ronacher)

[...] Wenn Malkovich den Provinzdönon gibt, stimmt jede Geste und der österreichische Akzent dazu. Die Sopranistinnen Laura Aikin und Aleksandra Zamojska sind die Opfer und singen, von Martin Haselböck und der Wiener Akademie packend begleitet, thematisch kompatible Arien von Vivaldi bis Beethoven. Michael Sturminger, der das Ereignis mit Haselböck konzipiert hat, findet als Regisseur eine taugliche dramaturgische Klammer, doch es ist Malkovich, der weit voneinander Entferntes zusammenführt, als gäbe es nichts Näherliegendes.


News, S.Z. (28. September 2009)

Im Wirbelsturm der Emotionen

Beethoven Sinfonie Nr. 7 (11. Oktober 2009, Musikverein Wien, Großer Saal)

(...) Die bisherigen Werke hatten so viel künstlerisches Gewicht, dass der eigentliche Grund des Konzerts, Beethovens 4. Sinfonie, leicht als Anhängsel in den Hintergrund hätte geraten können. Dass sie es nicht tat, lag an der engagierten Spielweise des Orchesters und an den Tüfteleien Haselböcks. Denn er hatte wieder thematische Linien und Akzentuierungen gefunden, die die vier Sätze aus dem Fahrwasser der Spiel- und Hörroutine herausholten, die völlig neue Aspekte eröffneten, die die Bläser sehr schön ausstellten, andererseits stark auf perkussive Elemente setzte.

Freilich hatte Haselböck auch einen gnadenlos guten Paukist, der weit ausholte und troztdem außerordentlich pünklich und durchschlagend wirkungsvoll war. Zusammen mit dem spezifischen Wiener Klang ergab das eine Musik, deren tänzerischem Charme sich nicht einmal der Dirigent entziehen konnte.


Saaler Zeitung, Thomas Ahnert (10. Juli 2009)

Töne für Glücksmomente

Beethoven Sinfonie Nr. 7 (11. Oktober 2009, Musikverein Wien, Großer Saal)

(...) ein umjubeltes Fest faszinierender Klänge. Auf dem Programm standen rare Konzertarien und berüjmte Werke von Mozart und Beethoven, die deshalb neue Hörerlebnisse schenkten, weil sie in außergewöhnlichen und brillanten tonbildern dargeboten wurden (...).

Lob, Begeisterung, ja Bewunderung gebührte der als Begleitorchester und Konzertensemble gleichermaßen versierten Wiener Akademie. Sie wurden von ihren Gründer Martin Haselböck, einem klug disponierenden, präzise-gefühlvollen Dirigenten, zu Höchstleistungen angespornt (...).


Fuldaer Zeitung, Christoph A. Brandner (10. Juli 2009)

Kissinger Sommer: Die Rachegöttin und der zurückhaltende Meister

Beethoven Sinfonie Nr. 7 (11. Oktober 2009, Musikverein Wien, Großer Saal)

Die Wiener Klassik-Gala des Kissinger Sommers spannte die exzentrisch auftretende Sopranistin Simone Kermes und den Hammerklavier-Meister Melvyn Tan zusammen. Das verbindende, beseelende Element zwischen beiden war die Wiener Akademie, die unter Leitung von Martin Haselböcl den Abend im fast ausverkauften Max-Littmann-Saal des Regentenbaus zu einem Erlebnis machte. [...]


Nach so viel Virtuosität war Beethovens vierte Sinfonie ein Quell der Entspannung. Gefühlvoll und feinsinnig gestaltete Haselböck die mystische Einleitung vor dem munteren, freudigen Allegro vivace. Heiter und innig musizierte die Wiener Akademie, die Spielfreude stand den Musikern ins Gesicht geschrieben. Der anfangs dramatische Finalsatz klang graziös und heiter aus, verströmte ungetrübte Lebensfreude.


Mainpost, Angelika Silberbach (09. Juli 2009)

Bekenntnisse eines Toten

The Infernal Comedy mit John Malkovich (01. Juli 2009, Ronacher)

Mag der eine oder andere zu Beginn gedacht haben, es sei dies eine Personality-Show, in der US-Star John Malkovich virtuos auf dem Klavier der Selbstironie spielt, fand er sich bald ernüchtert. Er musste merken, dass das Stück schon begonnen hatte, Malkovich längst Jack Unterweger war [...]. "The Infernal Comedy - Confessions of a Serial Killer", ein Stück von Michael Sturmiger, bietet dem Mimen im Ronacher die Möglichkeit, mit diskreten Mitteln einen instabilen Charakter zu entwerfen, der erklärt, Damen würgt u mordet, schließlich Hand an sich legt, dann aber doch kein zweites Mal stirbt.

Malkovich ist ein Routinier mit dem gewissen Etwas. Wiewohl er teils gekonnt in die Arien von Haydn bis Vivaldi (gesunden von Aleksandra Zamojska und Laura Aikin) hineininsziniert wird, wirkt das Ganze etwas zu lang - zu zu groß und deshalb bremdsend der Musikanteil, umgesetzt von Martin Haselböck und dessen Wiener Akademie.


Standard, tos (02. Juli 2009)

Große Oper rund um die Faszination des Bösen

The Infernal Comedy mit John Malkovich (16. Juli 2010, Piazza Duomo )

Jubel über einen außergewöhnlichen Musiktheaterabend: "The Infernal Comedy" Mittwoch im Ronacher. John Malkovich als bad bad boy, Frauenmöder und Häfenliterat Jack Unterweger, der aus der Hölle wieder kehrt. die Hollywood-Legende, die die Filmkamera liebt, überzeugt auch live mit unglaublicher Bühnenpräsenz und zeichnet, Englisch mit deutschem Akzent sprechend, ein faszinierendes Psychoprogramm des Serienkillers mit komischen Momenten.

 

Ein Barockorchester unter Martin Haselböck liefert den Soundtrack. Die Sopranistinnen Laura Aikin und Aleksandra Zamojska verkörpern den weiblichen Part. Ihre von Haydn, Mozart, Weber und Vivaldi geborgten Arien erzählen von Gefühlen und Gewalt. Sehens- und hörenswert.


Kurier, Ros (02. Juli 2009)

Being Jack Unterweger

The Infernal Comedy mit John Malkovich (16. Juli 2010, Piazza Duomo )

[...] Unterwegers Geschichte ist eingebettet in ein Musiktehaterstück für Barockorchester, zwei Soprane und einen Schauspieler. Die beiden Sopranistinnen Laura Aikin und Aleksandra Zamojska singen Arien und Szenen aus Opern von Mozart, Vivaldi, Beethoven und Weber. Dazu ist das famose österreichische Originalklangorchester "Wiener Akademie" im Einsatz - unter seinem Gründer und Dirigenten Martin Haselböck. [...] Die Musik untermalt Malkovichs Monologe, die Arien flankieren und ergänzen sie. Aikin und Zamojska sind beide wunderbar klar und anrührend in ihrem Gesang. [...]

Mit einem Wort, die ganze Sache, die man zunächst so schwer verbinden zu können glaubt [...] all das erpuppt sich in dieser Inszenierung als originelles, gelungenes Ganzes. [...]


Frankfurter Rundschau, Julia Kospach (02. Juli 2009)

Eine Verbeugung vor Joseph Haydn

Joseph Haydn "Stabat mater" (19. Juni 2009, St. Sebald Kirche)

Die Internationale Orgelwoche Nürnberg (ION) verneigte sich vor Joseph Haydn: In der gut gefüllten Sebalduskirche führten der Wiener Kammerchor und die Winer Akademie unter Leitung von Martin Haselböck zwei geistliche Werke des vor 200 Jahren verstorbenen Komponisten auf.

Der Name Haselböck hat einen guten Klang bei der ION: Vater Hans war jahrzehntelang als Juror und Interpret im Einsatz und auch Sohn Martin ließ sich hier des Öfteren auf der Orgel vernehmen. In den Vergangenen Jahren ist Martin Haselböck zu einer anerkannten Größe als Operndirigent (u.a. in Salzburg, Wien, Schetzingen, Köln, Hamburg) aufgestiegen, und deshalb war der Winer erstmals als Chor- und Orchesterleiter bei der Orgelwoche im Einsatz. [...]

Andererseits erfahren die beiden eher leichtgewichtigen Mariengesänge wohl selten so eine glänzende Interpretation wie durch den subtil agierenden Wiener Kammerchor und das dezent wie transparent aufspielende Orchester "Wiener Akademie" - das äußerst farbige Spiel von Jeremy Joseph an der Orgel eingeschlossen. [...]

Die polnische Sopranistin Aleksandra Zamojska vertrat die erkrankte Schwedin Lisa Lerson mit anmutiger Geläufigkeit in beseelten Koloraturen, und die erst 23-jährige Österreicherin Ida Aldrian überraschte mit ausgereiftem, wendigem alt, der viele Nuancen enthält.

Heimspiel bestritten der aus Erlangen stammende Christian Hilz, dessen Bass eher baritonal gefärbt ist und der mit Wortprägnanz auszugleichen sucht, was ihm an vokaler Substanz für eine ganz große Stimme fehlt, und Tilman Lichdi. Die Tenor-Perle vom Nürnberger Opernhaus legt vom ersten Ansatz an Ausdruckstiefe, stimmliche Schönheit und den vom Text bestimmten Affekt in eins. Lichdis auch in hohen Lagen gut tragende Pianissimi sind einfach himmlisch.


Nürnberger Zeitung, j.v. (22. Juni 2009)

Haydn-Konzert in der Sebalduskirche

Joseph Haydn "Stabat mater" (19. Juni 2009, St. Sebald Kirche)

[...] "Salve Regina" [...] wurde von der Wiener Akademie mit einem wichen, ausbalancierten STreicherklang abgefedert, zu dem sich das Solistenquartett in seiner gemeidigen Stimmführung und das schlanke Orgelspiel Jeremy Josephs sehr gut fügten. [...]

Bei so viel nobler Klangkultur hätte man sich manchmal die Trauer ein wenig expressiver und rauer gewünscht. Auch die Solisten, denen Haydn fast in jedem Satz einer dramaturgisch zugespitzte A-Capella Passage zumutet, agierten eher introvertiert: Mit schlanken Höhen, leuchteten, aber auch sanft dosierten Koloraturen gefiel Aleksandre Zamojska [...]; Ida Aldrians gestaltete behutsam und mit abgeschattetem Timbre; Tilman Lichdi vom Nürnberger Opernhaus beherrschte die Kunst der lyrischen Feinzeichnung; Christian Hilz steuerte schlanken und flexiblen Bass-Gesang bei.

Unter Haselböck und seinen Instrumentalisten blühte das "Stabat Mater" in organisch anmutenden Proportionen und federnder Detailzeichnung auf. Die Dramatik und das Unberechenbare des Schmerzes gingne vollständig in perfekt ausbalancierter Kunst auf - und damit einiges an Spannung verloren. Viel Applaus.


Nürnberger Zeitung Online, Thomas Heinold (22. Juni 2009)

"Die Schöpfung" im Originalklang

Joseph Haydn "Die Schöpfung" (29. Mai 2009, Akademie der Wissenschaften)

[...] Für die Konzerte wurde ein Originalklangorchester eingesetzt, und das war gut so. Martin Haselböck und seine "Wiener Akademie" haben sich am Samstag selbst übertroffen: Mit den makellosen Solisten Christiane Karg, Sopran, Tilman Lichdi, Tenor, Lauri Vasar, Bass, und dem bestechend guten Wiener Singverein gelangen ihnen speziell die drei Schlussteile des Werks überwältigend. Jubel.


Kurier, opal (02. Juni 2009)

Historische Hommage an Haydn

Joseph Haydn "Die Schöpfung" (29. Mai 2009, Akademie der Wissenschaften)

Zu Pfingsten 2009, am 200. Todestag des Meisters, erinnerte Martin Haselböck mit seiner Wiener Akademie am Originalschauplatz an Haydns letzten öffentlichen Auftritt - mit drei ausverkauften Konzerten im besagten, mittlerweile bequem bestuhlten Festsaal.

Impulsive Interpretation

Wieder stand die Schöpfung auf dem Programm, in einer impulsiven, erhebenden Interpretation. Haselböck trieb sein Originalklangensemble in der großen Klangmalerei vor sich her, hatteauch mit sich als Continuospieler kein Erbarmen.

Unterstützt von mächtigen Bässen, Pomp, Pauken und Trompeten erzählten die Solisten von der Werdung der Erde, des Himmels, des Menschen. Tenor Tilman Lichdi überzeugte wortdeutlich und expressiv in Uriels biblischen Erzählungen (Höhepunkt: "Mit Würd' und Hoheit"-Arie).

Vitaler Gesang

Lauri Vasar und Christiane Karg gaben quicklebendig, stimmlich ansprechend die Gotteskinder Adam und Eva - als stünden Papageno und seine Papagena auf der Bühne. Die Damen und Herren vom Singverein hatten ebenfalls ihre Freude an dem würdigen Ereignis: In bester Kondition trugen sie ihr Teil zum Errfolg des Abends bei.

 


Wiener Zeitung, Daniel Wagner (02. Juni 2009)

Wackelige Leidenschaft

Joseph Haydn "Die Schöpfung" (29. Mai 2009, Akademie der Wissenschaften)

Im Haydnjahr nützt der musikhistorisch bewanderte Dirigent Martin Haselböck die Chance, Vergessenes hervorzukramen. Und siehe da: Abseits der "Schöpfung" und "Jahreszeiten" hat "Papa Haydn" ein älteres, hochmelodisches Oratorium vorzuweisen. "Il ritorno di Tobia" überrascht mit schönen Arien und packenden Chorstellen.

Uninspiererter ist dagegen der Text rund um die alttestamentliche Erzählung über den blinden Tobit und dessen Heilung. Sehr zu schaffen machen den Solisten - vor allem Stefanie Irányi - die virtuosen Koloraturen. Verzeihlicher sind kleine Unsicherheiten der Einspringerin Bernarde Bobro, Arien meistert sie dafür souverän, ebenso Romelia Lichtenstein, Tilman Lichdi und Florian Boesch. Haselböck wiederum dirigiert leidenschaftlich, aber unpräzise, was zu vermasselten Einsätzen führt: Bei einer ergreifenden Sopran-Arie klappt bei den Holzbläsern schlicht gar nichts. Lob verdient der Chorus sine nomine.


Wiener Zeitung (02. April 2009)

Die Wiener Akademie hat sich gemacht

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Die Wiener Akademie hat sich in den letzten Jahren zu einem erstklassigen Barockorchester entwickelt. Gleich die einleitende Sinfonie lässt aufhorchen: Prächtige trompetenüberstrahlte Tutti, ein sehr gut ausbalancierter, homogener Orchesterklang und akzentuiertes, frisches Spiel erfreuen das Ohr. Im d-Moll-Violinkonzert ist der Ukrainer Ilja Korol als Solist zu hören, im A-Dur-Konzert der Deutsche Daniel Sepec. Welchem von beiden gebührt die Krone?

 

Das ist kaum zu entscheiden. Beide praktizieren ein uneitles, unaufdringliches Geigenspiel. Korol hat den Vorteil eines pathetischeren, wirkungsvolleren Werkes Sepec kann namentlich im Schlusssatz seine phänomenale Technik präsentieren. Der Italiener Vittorio Ghielmi, ein Bruder des Cembalisten und Organisten Lorenzo Ghielmi, meistert den anspruchsvollen Gambenpart mit Bravour. Die Wiener Akademie setzt Akzente und bestätigt ihren Ruf als hervorragendes Barockorchester. Martin Haselböck findet die richtigen Tempi und rückt Grauns Musik ins rechte Licht.


Klassik.com (01. September 2005)

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